«Am Fluss vor Zyt»
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Vernetzungsprojekt

10.06.2011

Bericht zum Projekt

Vernetzungsprojekt

Vernetzungsprojekte gibt es in der Gemeinde Lützelflüh bereits seit 1999. Das heisst, von der Gemeinde Lützelflüh werden Beitrage an Landwirte ausbezahlt für verschiedenste ökologische Projekte. Unter dem Begriff «Landschaftliches Entwicklungskonzept» (LEK) wurden damals erste Projekte realisiert. Seit dem Jahr 2003 gibt es den «Teilrichtplan ökologischer Vernetzung». Dazu wurde ein Umsetzungsprojekt im Sinne der Vorgaben des Naturschutzinspektorates (AGR) ausgearbeitet. Die erste Dauer des ersten Vernetzungsprojektes startete im Jahr 2004. Die Gemeinde setzte sich ein, der grosse Erfolg blieb aber zunächst aus: Nur ca. 30 Landwirte meldeten sich an. Fünf Jahre später, 2009 (die Dauer eines Projekts beträgt sechs Jahre) meldete das Naturschutzinspektorat der Gemeinde, dass die Ziele nicht erreicht worden seien. Es brauche ein angepasstes Umsetzungskonzept und neu definierte Ziele, falls man den Teilrichtplan weiter umsetzen wolle. Verena Ramseier und Hans Steffen bearbeiteten daraufhin das Konzept, welches auch genehmigt wurde. So konnte rechtzeitig mit der Projektdauer 2010 – 2015 gestartet werden.
Da das Naturschutzinspektorat zudem riet, eine Ansprechperson zu bestimmen, die für Beratung und Vertragsabschlusse verantwortlich ist, wählte der Gemeinderat Hans Steffen per 1. Januar 2010 für diese Aufgabe. Die Gemeinde stellt pro Jahr Fr. 5000.– zur Verfügung um die Ziele zu erreichen. Im Jahr 2011 geht es nun vor allem um die Erhaltung und Verjüngung der Hochstammbaume. Die Nachfrage war so gross, dass viele Anmeldungen von Landwirten zurückgestellt werden mussten und erst im nächsten Jahr realisiert werden konnten. Anfangs Marz wurden ca. 200 Hochstammbäume der Baumschule Glauser in Noflen an Ackerbaustellenleiter Hans Steffen geliefert und von dort an die Landwirte verteilt. Hochstammbaume sind deshalb ökologisch wertvoll, weil sie Lebensraum für diverse Insekten- und Vogelarten bieten. Im Vergleich zu den Niederstammbaumen, die heute viel öfter gepflanzt werden, muss man bei Hochstammbaumen zwar rund zehn Jahre langer auf die erste Ernte warten, dafür haben sie eine deutlich höhere Lebenserwartung.
Ein weiteres Projekt stellen die Produktion und Montage von Nistkästen dar. Der Landschaftsrichtplan gibt vor, pro zehn Bäume einen Nistkasten aufzuhängen.
Auch hier finanzierte die Gemeinde das Material, die Nistkästen wurden von den SchülerInnen der 7. Klasse Lützelflüh, unter der Leitung von Gerhard Schmid hergestellt. Mitte Marz trafen sich die LandwirtInnen mit den Sekundarschülern in Flühlen, Grünenmatt, wo die Nistkastenverteilt und von den Kleintierfreunden Brandis über die korrekte Befestigung der Kasten instruiert wurden. Gerhard Schmid erzählte wie das Projekt im Werkunterricht umgesetzt wurde: Zuerst stellten die SchülerInnen Nistkasten drei verschiedener Typen her, damit sie das fertige Produkt sahen. Anschliessend bekam jedes Kind eine bestimmte Teilaufgabe im Herstellungsprozess zugeteilt und die restlichen Nistkasten wurden wie am Fliessband produziert. Unter fachkundiger Anweisung der Ornithologin Käthi Zimmermann konnten die SchülerInnen ihre Werke gleich selbst aufhängen. Dabei stellten viele von ihnen fest, dass das gar nicht so einfach ist, wie es aussieht und sie lernten von Frau Zimmermann viel Spannendes und Wissenswertes über die Vögel. Beispielsweise, dass man die Nistkasten tagaktiver Vogel am besten gegen Osten und damit gegen Sonnenaufgang gerichtet aufhängt. Oder dass man die Nistkasten mit den grösseren Lochern für die Stare vorzugsweise an einen Kirschbaum hangt. Ein Starenpaar ernährt sich unter anderem auch von Kirschen, duldet aber keine anderen Artgenossen in seiner Nähe, womit sich für den Baumbesitzer der Schaden in Grenzen hält.

Kathi Zimmermann hofft, dass die SchülerInnen möglichst viel von diesem Anlass mitgenommen haben und dieses Projekt bei ihnen Begeisterung für Fauna und Flora ausgelost hat. Die Nistkästen müssen nun jeden Frühling herausgeputzt werden, damit für neue Höhlenbrüter genügend Platz ist. Dies ist die Aufgabe der Bewirtschafter. Eine Möglichkeit wäre auch, das Schulprojekt weiterzuziehen und den Frühjahrsputz mit den Schülern zu realisieren.
 
Marlis Bärtschi
Ortskorrespondentin
 

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